Samstag, 10. April 2010

Helena Petrowna Blavatsky


 Helena Petrowna Blavatsky

Blavatsky´s Leben

 Helena (eigentlicher Geburtsname Jelena von Hahn) Petrowna Blavatsky (1831-1891), Tochter des russischen Generals Peter von Hahn, gilt in Esoterikerkreisen als die Sphinx des 19. Jahrhunderts. Über ihr abenteuerliches Leben wurde viel geschrieben. Ihre Mutter Helena de Fadeyev entstammte einem alteingesessenem russischem Adel und war eine bekannte Romanautorin. Sie starb jedoch bei der Geburt von Helena´s Schwester Vera.
Den Rest ihrer Kindheit verbrachte sie bei den Großeltern, sie lebte zeitweise in Saratow, Odessa und in Sankt Petersburg: Der Großvater war hoher Regierungsbeamter in den neu entstandenen Provinzen des russischen Großreichs und wechselte öfters den Standort.
Helena war zwar von rascher Auffassungsgabe, suchte sich aber dem Zwang von Unterrichtsstunden nach Möglichkeit zu entziehen. Lieber reitete sie durch die Steppe oder verlor sich in ihren Phantasien. Ihre Schwester Vera schrieb später: „ Sie trug zwei deutliche unterschiedene Naturen in sich, so dass man dachte, es wären zwei Wesen in einem Körper. Das eine schadenfroh, streitsüchtig und hartnäckig, in jeder Weise lasterhaft. Das andere zum Mystischen und Metaphysischen neigend, gleich der Seherin von Prevorst“. Als Seherin von Prevorst bezeichnete man Friederike Hauffe, welche Stimmen und Lichterscheinungen erschienen und eintreffende Geschehnisse voraus sagen konnte.
Der geringste Widerspruch konnte bei Helena leidenschaftliche Ausbrüche bewirken, die in Schüttelkrämpfen endeten. Aufgrund besessenheitsartige Erscheinungen wurde mehrfach Exorzismus angewendet.
Helena zeigte von Kindheit an nicht nur ein oft extrem zwiespältiges Wesen, sondern war auch stark medial veranlagt. Schon als Zwölfjährige begann sie automatisch zu schreiben und verfasste Stöße von Manuskripten, die angeblich von einer gestorbenen Deutschrussin stammten. Als Kind von fünf Jahren hatte Helena mit Bildern und Briefen jener Dame gespielt und mag auch manches über sie gehört haben. Nach Jahren stellte sich jedoch heraus, dass die Frau noch lebte.
Fast alle, die später mit Helena in Berührung kamen, kennzeichnen ihr Wesen als „männliche Seele in einem weiblichen Körper“. Dieser männliche Wesenszug blieb während ihres ganzen Lebens vorherrschend.
 

Flucht vor die Ehe und Reise durch die Welt

Im Alter von siebzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren Staatsrat Blavatsky, dem sie sich als Frau jedoch verweigert haben will. Nach ihrer Hochzeit floh sie, als Schiffsheizer in Matrosenkleidung, nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Von dort aus erklärten sie ihrem Vater kategorisch, dass sie unter keinen Umständen zu ihrem Mann zurückkehren wolle. So ließ man sie dann ziehen. In Begleitung wechselnder Freundinnen reiste sie über Ägypten und Griechenland nach Paris. Dort wollte ein Magnetopath sich ihrer paranormalen Fähigkeiten bedienen. Helena Blavatsky aber war anderen Sinnes und begab sich über London nach Nordamerika, das sie angeblich durchreiste um die Geheimnisse indianischer Medizinmänner und des Voodookultes zu studieren.
Nach zehnjähriger Abwesenheit kehrte sie 1858 nach Russland zurück und tauchte bei ihrer mittlerweile verheirateten Schwester Vera auf deren Landgut in Rugedowo bei Pleskau, an der Grenze zu Estland, auf. Dort war sie infolge ihrer medialen Veranlagung bald gesellschaftlicher Mittelpunkt, zumal das Interesse am Spiritismus damals hoch war. Es kam jedoch bei Helena Blavatsky zu erheblichen psychischen Störungen und sie reiste zur Erholung in den Kaukasus. Dort, bei ihren Großeltern, traten ihre Persönlichkeitsstörungen erneut auf. Das sich manifestierende „Spalt-Ich“ gab sich als Mann aus. In diesem „Mann“ meinte sie später einen Sendboten ihrer „Meister“ erblicken zu dürfen.
Nach ihrer Genesung widmete sie sich eine Zeitlang geschäftlichen Interessen und ging 1863 nach Italien, wo sie unter Giuseppe Garibaldi gekämpft haben und in der Schlacht von Mentana verwundet worden sein will.

Über den Zeitraum von 1848 bis 1872 hat Helena Blavatsky keine klaren Angaben hinterlassen. Angeblich soll sie versucht haben nach Tibet einzureisen.

Blavatsky in den USA

Im Juli 1873 traf Helena in den USA ein. Dort lernte sie im folgendem Jahr, in einem Spiritistenzirkel, den Journalisten Henry Steel Olcott kennen, der fortan ihr treuer Begleitet wurde. Offenbar erkannte er ihre außerordentliche Medialität und gründete mit ihr den spiritistischen „Mirackle-Club“. Infolge einiger Betrugsaffären kam aber der Spiritismus zu jener Zeit in den USA in Verruf und so wurde dieser Kreis am 17.4. 1875 umbenannt in „Theosophical Society“, Theosophische Gesellschaft.

Studium okkulter Literatur

Während der folgenden zwei Jahre studierte sie okkultistische Literatur und verfasste das Werk „Isis entschleiert“, das 1877 erschien. Dieses Buch fand Anerkennung teils auch bei Nichttheosophen, obwohl oder vielleicht gerade weil es eine kirchen- und wissenschaftsfeindliche Tendenz aufweist. Der wegen seiner Fachkenntnisse und Objektivität geschätzte deutsche Parapsychologe General Josef Peter schrieb: „Ich gebe zu, man mag mit manchen Folgerungen dieser Blätter nicht einverstanden sein, dies hindert jedoch nicht, dass das fesselnd geschriebene Werk tausend Anregungen gibt.

Blavatsky selbst schrieb an ihre Angehörigen, man solle sie wegen der „Isis“ nicht loben, denn sie empfinde das nicht als Arbeit. Wenn ich gehalten bin zu schreiben, sositze ich nieder und gehorche. Dann schreibe ich leicht über alle Dinge wie Metaphysik, Psychologie, Philosophie, Religionsgeschichte, Zoologie, Naturwissenschaft oder was es sei. Ich lege mir niemals die Frage vor: Kann ich über diesen Gegenstand schreibe? Oder: Bin ich dieser Arbeit gewachsen? Ich sitze einfach nieder und schreibe. Warum? Weil etwas, das alles weiß, mir diktiert.

Blavatsky´s Visionen

In einem anderen Brief heißt es, sie würde in einer Art ständiger Bezauberung leben: mit Visionen und Gesichtern, bei offenen Augen und im Normalzustand, ohne jede Trance oder Schlafzustände. Dabei spricht sie zuweilen von ihrem „inneren Ich“, von ihrem „erleuchteten Selbst“, wird dann aber wieder unsicher und schreibt schließlich alle Urheberschaft den „Meistern“ zu.
Diese Meister beginnen nunmehr eine immer stärker hervortretende Rolle im Schaffen Helena´s zu spielen und wurde schließlich zu „Mahatmas“ (=große Seele). Während der Niederschrift von „Isis entschleiert“ traten sie erstmalig auf und zwar ganz auf spiritistische Weise im Rahmen einer vorübergehenden Inbesitznahme des Mediums. Olcott zufolge ergriffen an einem Abend oft drei oder vier verschiedene männliche Typen von Blavatsky Besitz und benahmen sich entsprechend unterschiedlich.

Die Theosophischen Gesellschaft 

1882 wurde die Zentrale der Theosophischen Gesellschaft nach Madras (heute Chennai, Indien) verlegt. Sie erlegte nunmehr Verbreitung in der ganzen Welt, wobei es im Laufe der Zeit zu allerlei Misshelligkeiten und Abspaltungen kam. Zur Unterscheidung von den anderen Gruppierungen wurde und wird die ursprüngliche Theosophische Gesellschaft nach einem Vorort von Madras (Adyar-TG) genannt.
Die Meister der TG sollen sich auf verschiedenste Weise bemerkbar gamacht und oft in Diskussionen eingegriffen haben. Annie Besant zufolge kamen die „Meisterbotschaften“ manchmal mit der Post oder sie erschienen plötzlich auf dem Tisch oder in einer Schublade. Am 10.2.1882 sah man einen Brief senkrecht zu Boden fallen und zwar im Freien, zehn Schritte von Madame Blavatskys Stuhl entfernt und sieben von der kleinen Gesellschaft, die ihn fallen sah. Zuweilen sollen die Meister sogar voll materialisiert erschienen sein. Charles W. Leadbeater erzählte, derartige Phänomene hätten sich mitunter auf dem flachen Dach des Hauptgebäudes gezeigt, manchmal in seinem eigenen Zimmer und zuweilen im Garten. Die Materialisationen erhielten sich häufig zwanzig Minuten lang und bei wenigstens zwei Gelegenheiten beträchtlich länger als eine halbe Stunde.
Einen schweren Rückschlag für Helena Blavatsky gab es durch die peinliche Affäre mit dem „Wunderschrein von Adyar“, einem Schränkchen, in welchem sich häufig geschriebene Mitteilungen der Meister fanden. Erstaunlicherweise sollen sie sich oft auf Probleme eines eben geführten Gesprächs bezogen haben. Als nun aufkam, dass jenes Möbelstück einen geheimen Zugang aufwies, gab es unliebsames Aufsehen und Blavatsky verließ Indien.

Blavatskys zweite Ehe

Blavatskys zweite Ehe, die sie am 3.4.1875 mit dem Armenier Michael C. Betanelly unter der Bedingung einging, dass sie ihren Namen behält und der Gatte keinen Anspruch auf die Privilegien der Hochzeitsnacht machen dürfe, wurde bereits ein Jahr danach geschieden. Blavatsky sei darüber herzlich froh gewesen und habe erklärt, der Gedanke, in die Lage zu kommen, ihren Körper einem Manne preiszugeben, sei ihr so entsetzlich und unfassbar, dass sie selber nur durch eine damalige Besessenheit erklären könne.
Dieser von Ihr selbst ausgesprochene Verdacht wird von einem Bericht von Subba Row noch untermauert der sagt: Sie sei vor 20 Jahren aus dem Erdenleben geschieden und seitdem wird ihr Körper von vier Wesenheiten beherrscht.

Reise nach Indien und beginn der "Geheimlehre"

Nach Blavatskys Ausreise aus Indien begann sie mit der Abfassung der „Geheimlehre“. Dieses Werk soll unter dem Einfluss eines Meisters Namens Djwal Kuhl (gesprochen Dschall Kull) gestanden haben. Im Druck erschien das zweibändige Werk 1888 in London. Es enthält über weite Strecken Stellungnahmen und Auseinandersetzungen zu wissenschaftlichen und philosophischen Ansichten des 19. Jahrhunderts, die wohl wegen ihres Eintagsfliegencharakters längst vergessen sind. Einen dritten Band soll später Annie Besant aus nachgelassenen Schrifften zusammengestellt haben.

Blavatsky stützte ihre Geheimlehre auf ein rätselhaftes Buch, das sie mit meisterlicher Hilfe hellsichtig wahrgenommen haben will, das „Buch Dzyan“. Außer ihr selbst sah es kein Normalsterblicher.

In der Blavatsky Theosophie begegnen sich Pantheismus mit stark materiellem Enschlag: Aus dem „Strahlenden Heros“ geht das All in verschiedenen Emanationsstufen hervor, um am Ende ins Nichtbewußtsein, in die reine Übersinnlichkeit, zurückzukehren. Und das wiederholt sich in unermesslichen Zeitläufen immer wieder aufs neue gemäß dem Ein und Ausatmen Brahmas. Eine an sich materialistischen-trostlose Perspektive ohne erkennbaren tieferen Sinn, hätten Blavatskys Meister nicht den Evolutionsgedanken eingebaut. Nun vollziehen sich keine ewig gleichen Kreisläufe mehr, sondern alles unterliegt einer spiralförmigen Höherentwicklung.
Der „Geheimlehre“ zufolge sind Kosmos und Mensch von ihrer Entwicklung her siebenfach gegliedert. Eine Art Gott ist zwar auch hier der Urgrund alleer Dinge, aber weder transzendent (über menschliches Beusstsein und Erfahrung hinausgehend) noch persönlich. Dabei wird unterschieden zwischen Gott und Gottheit. Gott alis Brahma ist der Geist und das Leben im All. Die Gottheit dagegen als das Brahman ist weder Geist noch Stoff, weder Form noch Kraft, sie ist das Sein an sich und als solches unwahrnehmbar. Gott ist das Sich-Offenbarende, während die Gottheit das Nichtoffenbare, das Absolute ist.

Die Götter

Sämtliche Personifizierten Götter waren in früheren Entfaltungsperioden Menschen. Denn um ein göttlicher, vollbewusster Gott, ja selbst der höchste, zu werden, müssen die geistigen Urintelligenzen durch den menschlichen Zustand hindurchgehen. Der Mensch beginnt seinen Weg unbewusst als Monade, die ihrerseits ein Atom des Absoluten oder vielmehr der Absolutheit ist. Bewusstsein muss auf dem langen Weg der Entwicklung durch zahlose Existenzformen in der Materie erst errungen werden und zwar ausschließlich in der Materie. Im Jenseits gibt es keine Weiterentwicklung. Im Verlauf eines solchen äonenlangen Werdens entwickelt sich dann aus dem in der Monade sozusagen potentiellen Gott ein effektiver Gott.

In „Isis entschleiert“ schreibt Blavatsky: Die Welt benötigt keine sektiererischen Kirchen weder des Buddha, Jesus, Mohammeds, Swedenborgs, Calvins noch irgendeine andere. Für sie stellt die christliche Auffassung vom Engelsturz, diesem teilweisen Abfall der Urgeister (Erstlinge) von Gott, eine gobe theologische Irreführung dar. Denn die Sonnen oder Feuerengel seien ja nur deshalb zu Aufrührern im Himmel geworden, weil sie sich weigerten, sich in sinnlose Menschengehäuse einzuverleiben. Denen sie ihre Bewusstheit nicht hätten geben, übertragen können. Sie wollten, dass der Mensch seiner selbst bewusst wird und eigenverantwortlich handeln lernt. Blavatsky nennt es eine Selbstaufopferung um der intellektuellen Unabhängigkeit der Menschheit willen.

1888 gründete sie dann die Esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie als letzte ihrer Schriften „Die Stimme der Stille“, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte.
1891 starb Helena Blavatsky in London. An ihrem Todestag am 8. Mai feiern ihre Anhänger jedes Jahr den "Weißen-Lotus-Tag".

Homepage der Theosophischen Gesellschaft http://theosophische-gesellschaft.org/

Download: Blavatsky Geheimlehre
http://rapidshare.com/files/374392305/Blavatsky_Geheimlehre_I.pdf

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